„Die meisten Menschen, sagt meine Grossmutter, sind sich selber das grösste Rätsel” – Gemeinplätze in Kinder- und jugendliterarischen Texten

Linguistica. 2019;59(1) DOI 10.4312/linguistica.59.1.349-362

 

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Journal Title: Linguistica

ISSN: 0024-3922 (Print); 2350-420X (Online)

Publisher: Znanstvena založba Filozofske fakultete Univerze v Ljubljani (Ljubljana University Press, Faculty of Arts)

Society/Institution: University of Ljubljana, Faculty of Arts

LCC Subject Category: Language and Literature: Philology. Linguistics

Country of publisher: Slovenia

Language of fulltext: Italian, Slovenian, English, German, French

Full-text formats available: PDF

 

AUTHORS


Urška Valenčič Arh (Universität Ljubljana)

EDITORIAL INFORMATION

Double blind peer review

Editorial Board

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Time From Submission to Publication: 12 weeks

 

Abstract | Full Text

Der vorliegende Beitrag beschreibt das Vorkommen der satzwertigen phraseologischen Einheiten, Gemeinplätze genannt, und ihre Einsetzung in ausgewählten jugendliterarischen Texten. Der Begriff „Gemeinplatz“ ist eine Eindeutschung des lateinischen locus communis bzw. des englischen commonplace. Nach begrifflichen Klärungen zum Gemeinplatz als einer phraseologischen Einheit innerhalb der satzwertigen Phraseme wurden konkrete Belege aus Werken der österreichischen Jugendbuchautorin Christine Nöstlinger vorgestellt, analysiert und unter dem Aspekt der textuellen Einbettung in den Kontext eingeordnet. Die Ergebnisse dieser Untersuchung zeigen, dass Gemeinplätze in den kinder- und jugendliterarischen Texten von Christine Nöstlinger nicht oft vorkommen, jedoch tragen sie zur Intensivierung von Aussagen bei. In den ausgewählten fünf Werken für Leser unterschiedlichen Alters wurden in jedem Werk nur bis zu zwei Gemeinplätze meist in der gesprochenen Sprache von erwachsenen Personen als gutgemeinter Rat oder der Ausdruck ihrer langjährigen Erfahrungen eingesetzt. Mit diesen satzwertigen Formulierungen charakterisiert die Autorin die einzelnen Figuren im sogenannten Sprachporträt. Unter dem Aspekt der textuellen Realisation lässt sich zusammenfassend sagen, dass Gemeinplätze als Ansichten, Einstellungen oder Überzeugungen wohldurchdacht in den Kontext eingebettet werden.