MedienPädagogik: Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung (Jan 2021)

Medienpädagogische Professionalisierung von Lehrpersonen in einer mediatisierten Welt

  • Andreas Dertinger

DOI
https://doi.org/10.21240/mpaed/jb16/2021.01.10.X

Abstract

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Der Metaprozess der tiefgreifenden Mediatisierung führt zu neuen und veränderten Anforderungen an das pädagogische Medienhandeln von Lehrkräften. Um die Qualität des unterrichtlichen Medieneinsatzes zum Lernen mit und über Medien sicherzustellen, werden sowohl im pädagogischen Fachdiskurs als auch auf bildungspolitischer Ebene Kompetenzerwartungen an die professionelle Arbeit von Lehrpersonen formuliert. Empirische Ergebnisse zeigen, dass diese Erwartungen nicht mit dem Medieneinsatz von Lehrpersonen im Unterricht hinsichtlich Umfang und Qualität übereinstimmen (Drossel et al. 2019; Schaumburg et al. 2019). Die Frage, wie ein professionelles und pädagogisch angemessenes Medienhandeln im Unterricht befördert werden kann, wird im medienpädagogischen Diskurs unter vielfältigen Perspektiven thematisiert. Studien zum medialen Habitus zeigen, dass das implizite Wissen einen bedeutenden Einfluss auf das pädagogische Medienhandeln hat (Biermann 2009; Kommer 2010). Bei einer genaueren Betrachtung dieses Themenbereichs entstehen auf theoretischer Ebene allerdings Fragen zur Konzeption des Habitus und des impliziten Wissens. Insbesondere die Frage, wie das Konstrukt des Habitus mit den gesellschaftlichen Veränderungen einer tiefgreifenden Mediatisierung in Beziehung gesetzt werden kann, ist noch ungeklärt. Der vorliegende Artikel widmet sich dieser Fragestellung auf einer theoretischen Ebene, die einen Ausgangspunkt für weitere Diskussionen und für die empirische Forschung darstellen soll.

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