Wie läßt sich ein Magnesiummangel nachweisen?

Journal für Mineralstoffwechsel & Muskuloskelettale Erkrankungen. 1999;6(2):29-33

 

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Journal Title: Journal für Mineralstoffwechsel & Muskuloskelettale Erkrankungen

ISSN: 2412-8260 (Online)

Publisher: Verlag Krause & Pachernegg GmbH

Society/Institution: Österreichische Gesellschaft zur Erforschung des Knochens und Mineralstoffwechsels

LCC Subject Category: Medicine

Country of publisher: Austria

Language of fulltext: German, English

Full-text formats available: PDF, HTML

 

AUTHORS


Vormann J

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Time From Submission to Publication: 12 weeks

 

Abstract | Full Text

Eine auftretende Magnesium-Mangelversorgung wird primär durch eine Aktivierung von Magnesium aus anderen Körperkompartimenten (v. a. Knochen) ausgeglichen. Eine Depletierung des Gesamt-Magnesiumbestandes des Körpers macht sich deshalb nicht unmittelbar in einer verminderten Serummagnesiumkonzentration bemerkbar. Erst wenn der Magnesiumspeicher erschöpft ist, sinkt die Serummagnesiumkonzentration ab. Die Feststellung einer Hypomagnesiämie ist deshalb ein sicheres Zeichen eines bestehenden Mangels, obwohl bereits sehr viel früher eine Verminderung des Gesamtkörpermagnesiums zu klinischen Symptomen führen kann. Diese Verminderung kann allerdings mit den gegenwärtig verfügbaren klinisch-chemischen Methoden in der Praxis nicht nachgewiesen werden, sondern erfordert aufwendigere (bisher der Forschung vorbehaltene) Untersuchungen (z.B. Magnesium-Loadingtests). Die aufwendige Bestimmung des Magnesiumgehalts von Erythrozyten ist ebenfalls nur ein schlechtes Maß für den Körpermagnesiumbestand, da Erythrozyten nicht über alle Magnesiumtransportsysteme verfügen. Mittels rasterelektronenmikroskopischer Röntgenemissionsspektralanalyse ist die Bestimmung des Magnesiumgehalts von Einzelzellen möglich. Zwischen dem intrazellulären Magnesiumgehalt von sublingualen Epithelzellen, die einfach und nicht-invasiv durch einen Abstrich zu gewinnen sind, und dem Magnesiumgehalt von Herzgewebe konnte eine signifikante Korrelation festgestellt werden. Ebenso ließ sich eine Korrelation zwischen Sublingualzellmagnesiumgehalt und klinischen Zeichen eines Magnesiummangels nachweisen. Diese nicht-invasive Methode ermöglicht die frühe Feststellung eines intrazellulären Magnesiummangels. In der Praxis werden neben der Messung der Serummagnesiumkonzentration vor allem die klinischen Symptome (neuromuskuläre Übererregbarkeit, latente Tetanie) einen Magnesiummangel anzeigen.