Herausforderung Lehrer*innenbildung (Dec 2023)

Zur (Un-)Möglichkeit (selbst-)reflexiven Forschenden Lernens von Studierenden

  • Daniel Goldmann,
  • Jana Domdey

DOI
https://doi.org/10.11576/hlz-6422
Journal volume & issue
Vol. 6, no. 1

Abstract

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Der Beitrag setzt sich (selbst-)kritisch mit einem freiwilligen Qualifizierungsangebot im Bereich „Diversity und Inklusion/Exklusion“ aus-einander, das auf dem bildungswissenschaftlichen Pflichtstudium aufbaut und von Masterstudierenden aller Fächer des gymnasialen Lehramts belegt werden kann. Es besteht im Kern aus einem Vertiefungsseminar, in dem mittels rekonstruktiver Kasuistik über Differenzierungsroutinen von Lehrkräften reflektiert wird, sowie aus schulpraktischen Anteilen, in denen die Studierenden Unterricht beobachten und anhand selbsterhobener Daten eigene kleine Forschungsprojekte entwickeln. Ziel ist die (Weiter-)Entwicklung der Fähigkeit der Studierenden zur Reflexion von Unterrichtshandeln und infolgedessen auch ihrer professionellen Selbstreflexion hinsichtlich unterrichtlicher Differenzierung. Das Konzept des Qualifizierungsprogramms wird vor dem Hintergrund einer empirischen Erhebung (Interview mit zwei Studierenden des ersten Durchlaufs) auf seine Tiefenwirksamkeit hin untersucht. Über eine rekonstruktive Analyse der Interviewdaten wird dabei die Diskrepanz zwischen den von den ehemaligen Teilnehmer*innen berichteten Lernerfolgen im Bereich reflexiver Kompetenzen und der Selbstanwendung der zunächst an Fremdfällen eingeübten inklusionsorientierten Reflexion herausgearbeitet. Die Analyse der Aussagen der Studierenden legt nahe, dass es insbesondere aufgrund fehlender eigener Praxisroutine in der ersten Phase der Lehrkräfteausbildung noch zu früh ist, einen erfolgreichen Transfer auf das eigene Unterrichtshandeln anzuvisieren.

Keywords